Standort: Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (Jubilee Park)
Veranstaltung: Weltausstellung EXPO 2020 Dubai
Projektspezifikation: Wasserinstallation integriert mit architektonischen Skulpturen und einer monumentalen Wasserfallwand
Ausführungsaufgabe: Bau eines perfekt profilierten, radialen Beckenbodens, der ständigem Wasserdruck und Feuchtigkeit ausgesetzt ist
Verwendete Technologie: System höhenverstellbarer Stelzlager MAX aus Polymeren, die gegen Poolchemie und dauerhaftes Eintauchen beständig sind
1. Architektonische Vision und Projektmaßstab
Weltausstellungen EXPO waren schon immer eine Präsentationsbühne für die bahnbrechendsten Ingenieurprojekte der Welt. Die Installation Water Feature im Jubilee Park am UAE-Pavillon ist ein ikonisches Werk, bei dem gigantische Wasserfälle über mehrere Meter hohe, schwarze Wände fließen und sich im Zentrum aus dem Becken mächtige, geschwungene Skulpturen erheben, die mit feurigem Glasmosaik und Naturstein bedeckt sind.
Die ausführende Aufgabe bestand darin, um diese Skulpturen einen perfekt ebenen, für die hydraulische Infrastruktur sicheren Bodenbelag aus dunklem Granit zu schaffen. Dieser Raum – ein integraler Bestandteil des Brunnenmechanismus – musste in einer Umgebung mit permanentem Kontakt zu Wasser, Wasserdampf und Aufbereitungschemikalien funktionieren.
2. Einzigartige technische Herausforderungen
Die Arbeit an einer Wasserinstallation dieser Größenordnung im anspruchsvollen Wüstenklima Dubais war mit extremen technischen Einschränkungen verbunden:
- Komplexe Bogengeometrie (Radialität): Das Bodendesign schloss gerade Linien vollständig aus. Die Steinplatten mussten kreisförmig verlegt werden, um perfekt konvergierende Bahnen (Radien) zu bilden, die zur Mitte der Installation hin zusammenlaufen, was ein präzises Zuschneiden jedes Elements in Keilform erforderlich machte (auf den Fotos sichtbar).
- Verdeckung des massiven Hydrauliksystems und der Düsen: Direkt unter dem Bodenbelag befand sich ein dichtes Netz aus Versorgungsrohrleitungen, Vernebelungsdüsen, LED-Strahlern und Überlaufsystemen (dokumentiert durch Fotos aus der Montagephase). Herkömmliches Betonieren hätte den Zugang zu diesen kritischen Installationen versperrt.
- Arbeit in ständiger Unterwasserumgebung und dynamischem Druck: Das Unterbaumaterial musste hundertprozentige Beständigkeit gegen ständige Feuchtigkeit, Wasserdruck und aggressive chemische Verbindungen aufweisen, die zur Klärung des Wassers in öffentlichen Brunnen verwendet werden. Der Unterbau durfte weder korrodieren noch biologisch abgebaut werden.
- Extreme Punktlasten an der Basis der Skulpturen: Die Stelzlager im Wandbereich mussten das Gewicht der gigantischen, geschwungenen Skulpturenformen an den Stellen tragen, an denen ihre Konstruktion direkt unter das Bodenniveau führte.
3. Fortschrittliche Systemlösungen
Um diesen strengen Kriterien gerecht zu werden, entschieden sich die Ingenieure dafür, die Granitplatten auf einem verstärkten System aus höhenverstellbaren Stelzlagern aus Polypropylen (PP) zu verlegen, die direkt auf der flexiblen Abdichtungshaut des Beckens installiert werden.
Wichtigste Merkmale der in Dubai umgesetzten Technologie:
- Flüssige Mikro-Regulierung von Höhe und Nivellierung: Mit speziellen Schlüsseln und Ringen kontrollierten die Arbeiter die Höhe mit einer Genauigkeit von einem Millimeter, korrigierten technologische Gefälle des Beckenbodens und glätteten strukturelle Durchbiegungen.
- Klebstofffreie Entwässerung unter dem Bodenbelag: Breite Dehnungsfugen zwischen den Granitplatten wirken wie ein riesiger Schlitzablauf. Regenwasser oder Überlaufwasser aus dem Brunnen fließt sofort in das geschlossene System unter dem Bodenbelag zurück, wodurch das Risiko von hydrostatischem Druck auf den Platten eliminiert wird.
- Modularität und Revisionsfähigkeit: Jede der Steinzeug-Steinplatten kann für die Wartung von Düsen oder Beckenbeleuchtung angehoben werden, ohne den Rest der Konstruktion zu beeinträchtigen.
Der Montageprozess im Jubilee Park wurde unter enormem Zeitdruck vor der offiziellen Eröffnung der EXPO durchgeführt, was eine fehlerfreie Koordination erforderte:
- Etappe 1: Radiale Verlegung und Stelzlager-Abstand. Auf den abgedichteten Beckenboden wurde ein Achsraster aufgebracht. Die höhenverstellbaren Stelzlager wurden in einem dichten Raster angeordnet und ihre Position an die unregelmäßige Form des Beckens sowie die verlaufenden Installationsrohre angepasst.
- Etappe 2: Höhenkalibrierung unter den Skulpturen. Das Ingenieurteam legte mit Hilfe von Nivellierlatten die Höhe der Stelzlager direkt an den Fundamenten der Feuerskulpturen präzise fest, um sicherzustellen, dass die Bodenplatten vollkommen eben unter die Konstruktion der Skulpturen eingreifen.
- Etappe 3: Präzise Steinmetzarbeiten. Die Platten aus dunklem Granit wurden individuell im Bogen zugeschnitten. Ihre Verlegung erforderte millimetergenaue Wiederholbarkeit, damit die Dehnungsfugen zusammenhängende, konzentrische Kreise um den zentralen Punkt des Parks bildeten.
5. Endergebnis und Betriebserfolg
Die Installation des Water Feature auf der EXPO 2020 in Dubai wurde zu einem der meistfotografierten Objekte der Ausstellung und zog Millionen von Besuchern aus aller Welt an.
Aus technischer Sicht war das Projekt ein großer Erfolg:
- Unsichtbare Technologie: Die gesamte leistungsstarke Brunnenmaschinerie, Verkabelung und Hydraulik wurden vollständig unter dem eleganten, schwarzen Bodenbelag verborgen, wodurch die Illusion entstand, dass die Skulpturen aus einer monolithischen Steinfläche wachsen.
- Sicherheit für Menschenmengen: Das perfekt ebene Niveau verhinderte Stolperfallen für Besucher, und die schnelle Wasserableitung durch die Fugen verhinderte die Bildung eines rutschigen Wasserfilms auf der Granitoberfläche.
- Langlebigkeit im UAE-Klima: Das Stelzlager-System kommt hervorragend mit der extremen thermischen Belastung Dubais zurecht (Temperaturen über 50°C in voller Sonne) im Wechsel mit der dynamischen Kühlung durch Beckenwasser und beweist damit seine Überlegenheit gegenüber jedem geklebten System.